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31.07.2006

Liebe Eltern unserer Schülerinnen und Schüler

noch nie war ein Schuljahr so lang wie in diesem Jahr! Und selten hatten wir in den letzten Wochen besseres Sommerwetter, was wohl aller menschlichen Erfahrung nach dazu führen wird, dass pünktlich mit Ferienbeginn der schönste Teil des Hochsommers zu Ende geht. Mit dem Unterrichtsende am 3. August befinden wir uns technisch bereits im Schuljahr 2006/07 und mit den Planungen sind wir schon weit im kommenden Schuljahr. Dazu später mehr, zunächst gilt die Aufmerksamkeit dem zu Ende gehenden Schuljahr:

Mittagessen
Baumaßnahmen
Statistik
Leitbild
Italienisch
Schüleraustausch
Rechtschreibung
Stundentafel G8
Unterrichtszeiten
Mittagsbetreuung
Stundenausfall
Wechsel im Kollegium
Unterrichtsversorgung
Danksagungen

Mittagessen: Das Essensangebot wurde von Schülern und Lehrern verstärkt angenommen. Die Nachfrage war so groß, dass wir als dritten Tag mit schulischem Mittagessen den Mittwoch einführten, im nächsten Jahr wird sogar montags für unsere „musikalischen Schüler“ (Chöre, Orchester) ein Essen angeboten. Das Menü wird stetigen Wandlungen unterworfen sein, so dass man immer eine neue große Auswahl vorfinden wird. Gut angenommen wurden Zusatzangebote wie Yoghurt, heimische Äpfel und natürlich Eis. Unser großer Dank gilt Frau Rampp, die hauptverantwortlich für den schulischen Mittagstisch zuständig ist, und allen Damen (insbesondere Frau Teichgräber, Frau Schwer und Frau Dolzer), die ehrenamtlich (d.h. kostenlos) tätig sind bei der Essensausgabe!

Baumaßnahmen: Wir gehen davon aus, dass die Baumaßnahmen pünktlich mit dem Schulbeginn abgeschlossen sein werden. Die neuen naturwissenschaftlichen Räume werden dann so ausgestaltet und eingerichtet sein, wie es gegenwärtig höchstem und modernstem Niveau entspricht.

Statistik: Im neuen Schuljahr werden wir 190 Schüler neu in 6 Klassen aufnehmen. Die Bewerberzahl lag noch weit höher, aber mit Rücksicht auf begrenzte Raumkapazitäten mussten wir vielen enttäuschten Eltern absagen. Insgesamt werden dann etwa 1270 Schüler und Schülerinnen von über 90 Lehrern in rechnerisch (einschließlich der Oberstufe) 49 Klassen unterrichtet werden. Vom vorhergesagten Rückgang der Schülerzahlen haben wir bisher noch nichts gemerkt, im Gegenteil, anders als bei anderen Gymnasien im weiteren Umfeld steigen bei uns weiterhin die Schülerzahlen. Vor allem die Zahl der auswärtigen Eltern, die ihre Kinder am FSG anmelden möchten, hat einen Höchststand erreicht. Einerseits freut es uns, dass unser Bemühen anerkannt wird und Früchte trägt, andererseits haben wir nun zahlenmäßig eine Obergrenze erreicht, die wir nicht überschreiten möchten.

Leitbild: Die Arbeiten am Leitbild des FSG sind abgeschlossen, das Ergebnis der Anstrengungen von Eltern, Schülern und Lehrern unter Leitung von Herrn Schöffner wird in Kürze in die schulische Homepage gestellt. Ich sage offen, dass ich als Schulleiter stolz bin auf das Erreichte, weil es in seiner Grundtendenz den Bildungsanspruch und die Erziehungsziele, denen sich alle – Lehrer, Schüler und Eltern - gemeinsam verpflichten, gut widerspiegelt. Unser Leitbild ist weder eine Zusammenstellung üblicher Phrasen noch eine Schul- und Hausordnung mit strengen Vorgaben oder Strafandrohungen. Herzlicher Dank an alle Mitschaffenden und Glückwunsch für das gelungene Werk! Zum Gelingen beigetragen hat auch die Diskussion über die erste Vorlage im Elternbeirat mit ausgesprochen konstruktiven Vorschlägen auf hohem Niveau!

Italienisch: Italienisch wird im kommenden Schuljahr als Additum in der alten G8-Klasse 8a angeboten, wobei Schüler der 9. Klassen ebenfalls gerne teilnehmen können. In ihrem Fall wird der freiwillige Zusatzunterricht als Arbeitsgemeinschaft gewertet. Davon unbenommen wird in Klassenstufe 9 wie bisher eine Latein-AG angeboten.

Schüleraustausch: Der Austausch mit unseren schulischen Partnern in Manchester, Tain-Tournon und Pecs wird in üblicher Weise fortgeführt; Einzelheiten werden in den für den jeweiligen Austausch vorgesehenen Klassenstufen von den beteiligten Lehrern bekannt gegeben. Neu „belebt“ werden soll die Partnerschaft mit zwei Schulen in Erba.

Rechtschreibung: Wie Sie alle in Medien erfahren haben, wird die „reformierte“ Rechtschreibung erneut „reformiert“ und bisherigen Schreibgewohnheiten wieder etwas stärker angenähert. Über das Haltbarkeitsdatum der neuesten Reform kann ich keine Angaben machen, Sie können jedenfalls sicher sein, dass wir die Schüler „richtig“ (d.h. auf dem Stand der gerade gültigen Reform) unterrichten und den gesunden Menschenverstand nicht außer Acht lassen werden.

Stundentafel G8: Auch Stundentafeln und Poolstunden haben heutzutage ein geringes Haltbarkeitsdatum und werden des Öfteren „reformiert“. Nachdem es nach jetzt gültigem Stand nur noch 10 (statt 12) Poolstunden verteilt auf alle Klassenstufen (nicht mehr beschränkt auf die Klassen 5 – 10) gibt, mussten wir unser Schema umarbeiten und den neuen Vorgaben anpassen. Das Ergebnis – legitimiert durch Zustimmung der Gesamtlehrerkonferenz und der Schulkonferenz können sie in der Beschreibung unseres Bildungsangebots zum achtjährigen Gymnasium nachlesen.

Unterrichtszeiten: Die Einführung eines auch von den Eltern sehr gewünschten Doppelstundenmodells (statt Unterricht in Einzelstunden) bedingt neue Unterrichts- und Pausenzeiten, wobei Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende der Schulbusse wegen unverändert bleiben müssen.
Die neuen Unterrichtszeiten sind als Anlage beigefügt.
Die Vorteile der neuen Doppelstundenregelung liegen auf der Hand:

Nicht nur bei Goethe gilt „Wo viel Licht, da ist auch Schatten“ – auch Doppelstundenmodelle haben ihre Nachteile und sogar überzeugte Anhänger reiner Doppelstundenmodelle kehren reumütig wieder zu Mischformen mit Einzelstunden zurück:

In unserem „aufgeklärten Doppelstundenmodell“ sind Doppelstunden bevorzugt, aber auch Einzelstunden zulässig. In der 5. bzw. 6. Stunde müssen wir beispielsweise darauf achten, dass nicht alle Klassen 5 – 7 gleichzeitig ihre Mittagspause beginnen, weil sonst nicht alle Schüler einen Platz mit Tisch und Stuhl zum Essen finden.
Als „lernende Institution“ sind wir überzeugt, dass wir für anstehende Schwierigkeiten gute Lösungen finden werden. Auch Ihre Kritik wird uns weiterhelfen.

Mittagsbetreuung: Hier bekenne ich offen, dass vieles nicht so lief, wie wir uns das vorstellten; Gleiches gilt übrigens für die Bibliothek. Ausgangspunkt war, dass Gelder vom Land nicht rechtzeitig zugeteilt wurden, obwohl unsere Anträge termingerecht beim Regierungspräsidium eingingen. Dort dauerte die Bearbeitungszeit offensichtlich ungewöhnlich lange, so dass wir kein Geld zur Verfügung hatten, um Einsatzkräfte zu bezahlen. Herr Schmauder, der sich mit großem persönlichen und zeitlichen Einsatz um diese Dinge kümmert, sicherte mir zu, dass im neuen Schuljahr nun die notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Davon abgesehen werden Lehrer, z.B. Frau Ulrich, Angebote zur Mittagsbetreuung im handwerklich-künstlerischen und sportlichen Bereich anbieten.
Das FSG wird verstärkt Möglichkeiten zu einer ganztägigen Betreuung anbieten, allerdings nur auf freiwilliger Basis: Kein Schüler wird zur Teilnahme an Aktivitäten über die Mittagszeit oder am Nachmittag über einen bestimmten Zeitbereich hinweg gezwungen. Aus vielen Gesprächen mit Eltern weiß ich, dass der Wunsch nach einer festen Ganztagesbetreuung am FSG bisher nicht von einer Mehrheit getragen wird. Selbstverständlich wird das gesamte Betreuungskonzept Gegenstand der Beratung im Elternbeirat sein.

Stundenausfall: Wir werden uns im kommenden Schuljahr noch stärker darum kümmern, den Stundenausfall zu reduzieren. Dazu gehört allerdings auch, dass das bei Schülern (und manchen Lehrern!) beliebte „Hitzefrei“ auf spätere Nachmittagsstunden und nachmittäglichen Sport beschränkt wird. In Prüfungszeiten (Abitur) ist Unterrichtsausfall allerdings unvermeidlich, Sie werden dann aber rechtzeitig informiert.

Wechsel im Kollegium: Ausscheidende Lehrkräfte: Mit Herrn StD Bausinger, Herrn StD Deißler und Herrn Oberstudienrat Esser verlassen aus Altersgründen gleich drei Lehrkräfte das FSG, die man ohne Einschränkung in bestem Sinne als „Urgestein“ bezeichnen kann. Sie alle haben mit ihrem Wirken innerhalb und sehr oft auch außerhalb des Unterrichts (Herr Bausinger und Herr Deißler als Fachberater bzw. Fachabteilungsleiter, Herr Esser als der Verbindungslehrer überhaupt) dazu beigetragen, dem FSG Profil, Charakter und Menschlichkeit zu verleihen. Wir bedauern den Verlust der drei Herren, wünschen Ihnen dennoch alles Gute und eine stabile Gesundheit als Pensionäre!

Neue Lehrkräfte: Selbstverständlich geht die „Verjüngungskur“ am FSG zügig weiter und eine Reihe junger Lehrkräfte wird neu zum Kollegium hinzukommen. Da allerdings die Lehrerzuteilung noch nicht abgeschlossen und durchaus noch nicht jede Zuteilung auch endgültig geklärt ist, verweise ich Sie auf den Elternbrief zum neuen Schuljahr, in dem ich Ihnen dann endgültig alle neuen Lehrer vorstellen kann.

Unterrichtsversorgung: Ohne Übertreibung kann die Lehrerversorgung in einzelnen Fächern im nächsten Schuljahr als unzureichend bezeichnet werden: In den Fächern Mathematik und Physik erfolgt für ausscheidende Lehrer kein Ersatz (!!), so dass Stundenreduzierungen und Unterrichtsausfall unumgänglich sind, obwohl zahlreiche Kollegen und Kolleginnen ihre Deputate z. T. deutlich aufstocken oder fast schon eine unzumutbar hohe Zahl an Überstunden leisten werden:

Bereits jetzt ist abzusehen, dass einige Kolleginnen im Verlaufe des Schuljahrs ausfallen werden, so dass Umstellungen im Lehrauftrag während des laufenden Schuljahrs notwendig werden. Grundsätzlich gilt, dass leider pädagogisch sinnvolle Prinzipien (z.B. Fortführung von Klassen über 2 Jahre hinweg) verletzt werden müssen, nur um eine kontinuierliche und möglichst umfassende Lehrerversorgung für alle Klassen sicherzustellen (auch unter Beachtung beamtenrechtlicher Regelungen). Wir hoffen auf eine bessere Versorgung im nächsten Jahr. Wahr ist aber leider auch, dass in manchen Fächern die Zahl der zur Verfügung stehenden Lehrer sehr, sehr klein ist.

Danksagungen: In vielen Schulen ist es üblich, außerunterrichtliche Veranstaltungen der Schule im letzten Elternbrief besonders hervorzuheben. Wenn wir dies in diesem Elternbrief nicht tun und statt dessen allen Beteiligten im künstlerischen, musischen , sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bereich summarisch unseren herzlichen Glückwunsch und unseren großen Dank für ihren herausragenden Einsatz übermitteln, dann liegt es ausschließlich an der erfreulichen Tatsache, dass die Zahl „nennenswerter“ Aktivitäten so hoch ist, dass der Elternbrief einfach unendlich lang würde. Ich werde versuchen im kürzeren Brief zum Schuljahresbeginn auf einzelne Unternehmungen einzugehen.
Mein besonderer Dank gilt allen Schülern, die sich insgesamt über das Schuljahr hinweg so anständig benommen haben, dass größere Erziehungs- oder gar Ordnungsmaßnahmen unnötig waren. Problematisch bleiben wohl weiterhin in unserer Gesellschaft überall verbreitete Mobbing-Fälle, denen wir allerdings recht erfolgreich begegnen können, sobald wir von Schülern oder Eltern rechtzeitig informiert werden.
Ein weiterer Dank gilt der Elternbeiratsvorsitzenden Frau Kröl, dem ganzen Elternbeirat und seinen gewählten Vertretern im „Siebener Ausschuss“, wo sie die Arbeit an der Schule konstruktiv, engagiert und kompetent begleiten!
Dank gebührt auch dem gesamten Kollegium, dem nicht nur Wissensvermittlung ein Anliegen ist, sondern besonders auch das Wohlergehen jedes einzelnen Schülers.
Ich wünsche Ihnen allen, dass sich mein eingangs geäußerter Pessimismus dem Wetter gegenüber als überflüssig erweist und Sie alle zusammen mit Ihren Kindern Ferien erleben werden, die Ihnen Erholung, Freude und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln!

Ihr Alfred Stöckle