Schülerinnen treffen Ingenieurinnen 2007/08 |
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Wie jeder sicherlich weiß, sind in Deutschland Ingenieure immer gefragt. Doch wenn man in diesen Berufsbereich blickt, sieht man, dass vor allem Männer dort tätig sind. Eine Ursache dafür könnte sein, dass man in Deutschland von Frauen denkt, sie wären nicht in der Lage technische, mathematische und physikalische Dinge zu begreifen. Um dieses Vorurteil zu beseitigen und Mädchen davon zu überzeugen, Ingenieurin zu werden, organisierte das Friedrich Schiller Gymnasium Fellbach das Physikprojekt „Schülerinnen treffen Ingenieurinnen“, nachdem es im letzten Jahr sehr gut angekommen war. Die Klassen 11b und 11d nahmen am Projekt teil und wie im letzten Jahr organisierte Herr Walker zusammen mit Frau Hüther das Treffen. Am 5. Dezember fand das Physikprojekt am FSG statt. Es besuchten uns Frau Professor Dr. Barbara Burkhardt-Reich, sie ist die Projektleiterin am Steinbeis Transfer Institut für Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim, und ihre Assistentin Sylvia Heling, die gemeinsam für das Wirtschaftsministerium dieses Projekt an Schulen ausführen. Die wichtigste Person des Projekts war jedoch eine Ingenieurin, die den beiden Klassen alle Fragen beantwortete. Vor dem Treffen wurden die zwei Klassen in Gruppen eingeteilt, um Fragen zu Themen wie „Frauen in der Männerdomäne“ oder „Familie und Beruf“ zu entwickeln. Jede Gruppe hatte eine Sprecherin, die die Fragen stellte. Die Ingenieurin hat Maschinenbau studiert und sich später auf Kunststoffe spezialisiert. Zuerst wollte sie Englisch und Kunst studieren, und - was erstaunlich ist - in der Schule hatte sie sich auch nicht sonderlich für Mathematik und Physik interessiert. Die Ingenieurin studierte in Aachen an der Universität 17 Semester lang. Man kann dieses Studium jedoch auch an einer Fachhochschule oder Berufsakademie absolvieren. |
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Was für viele wahrscheinlich ansprechend ist, ist der Verdienst in diesem Beruf als Frau. Man verdient sehr gut und hat auch viele Aufstiegsmöglichkeiten. Die Ingenieurin, die bei der Daimler AG arbeitet, empfahl, sich bei großen Firmen um einen Arbeitsplatz zu bewerben, da man dort besser aufsteigen und vielseitiger arbeiten kann. Insgesamt werden Ingenieurinnen eher bevorzugt als benachteiligt. Frauen genießen im Allgemeinen ein hohes Ansehen und viele Firmen sind auf der Suche nach neuen Ingenieurinnen. Für viele Schülerinnen stellte sich die Frage, ob es in diesem Beruf möglich sei, eine Familie zu gründen und trotzdem weiter zu arbeiten. Die Ingenieurin meinte, dass es kein Problem sei und man viele Möglichkeiten habe, Familie und Beruf zu vereinen. Jedoch muss man nach längeren Pausen mit einer niedrigeren Wiedereinstellung in einer Firma rechnen. Als Gründe dafür, warum es zu wenig Frauen gibt, die Ingenieurin werden wollen, nannte die Ingenieurin, dass viele junge Frauen sich nicht trauen, z.B. mit einer drei in Mathematik Ingenieurberufe zu studieren, junge Männer hingegen schon. Hinzu kommt natürlich auch noch das gesellschaftliche Problem, dass man von Mädchen sowieso immer meint, sie seien naturwissenschaftlich weniger begabt. Die Ingeni-eurin jedoch betonte, dass nur hier in Deutschland so gedacht werde. Diejenigen, die sich für den Ingenieursberuf interessieren, bekamen die Empfehlung ein Praktikum zu machen, um einmal zu sehen, wie der Berufsalltag als Ingenieurin aussieht. |
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Eine Aussage der Ingenieurin übertraf alles bisher Gesagte: "Ich hab' das Gymnasium durchschnittlich abgeschlossen, und Mathematik ist für diesen Beruf nicht so wichtig wie beispielsweise Physik." Petra Güntert glaubt, dass Mathematik ein wichtiger Grund für Mädchen ist, den Beruf nicht ausüben zu wollen. Die Überraschung war auch dementsprechend groß, als sie dazu noch erwähnte, dass ihr Abitur nur durchschnittlich war. Die Notenerwartungen waren zwar früher ein wenig anders, aber ein Lichtblick war das schon für diejenigen, die sich für den Beruf interessierten. |
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Nachdem die Ingenieurin und die zwei Damen von der Hochschule Pforzheim gegangen waren, gab es noch eine Nachbesprechung für die Mädchen mit Herrn Walker und Frau Hüther. Auch hier stand die Frage im Mittelpunkt, wie man den Kinderwunsch und diesen anstrengenden Beruf verbinden kann. Die Tatsache, dass die Ingenieurin nur drei Monate wegen Mutterschaft ausgesetzt hatte, war für viele Schülerinnen nur schwer nachvollziehbar. Für alle war dieses Projekt sehr interessant und informativ, und viele zeigten nach dem Besuch mehr Interesse am Ingenieursberuf als vorher. Isabel Schniepp, 11d |
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